Gynäkomastie bezeichnet die Vergrößerung des Brustgewebes beim Mann. Sie ist weit häufiger als angenommen: Ein erheblicher Teil der Jungen erlebt sie in der Pubertät vorübergehend, und bei den meisten bildet sie sich von selbst zurück.
Bleibt sie bestehen, gehört sie zu den häufig angesprochenen Themen, weil sie den Alltag von der Wahl des T-Shirts bis zum Baden im Meer beeinflussen kann.
Echte Gynäkomastie oder Fettgewebe?
Das sind zwei verschiedene Dinge, und auch die Behandlung unterscheidet sich. Die Abgrenzung erfolgt durch die Untersuchung; bei Bedarf kommt eine Bildgebung hinzu.
| Echte Gynäkomastie | Fettansammlung (Pseudogynäkomastie) | |
|---|---|---|
| Gewebe | Drüsengewebe der Brust vermehrt | Fettgewebe vermehrt |
| Tastuntersuchung | Derbes, scheibenartiges Gewebe unter der Brustwarze | Weich, mit unscharfen Grenzen |
| Bei Gewichtsabnahme | Verändert sich nicht wesentlich | Nimmt ab |
| Vorgehen | Entfernung des Drüsengewebes | Fettabsaugung ist meist ausreichend |
Wodurch entsteht sie?
Zugrunde liegt eine Verschiebung im Gleichgewicht von Östrogen und Testosteron. Die wichtigsten Ursachen:
- Pubertät: durch hormonelle Schwankungen, meist vorübergehend
- Neugeborenenzeit: durch mütterliche Hormone, vergeht innerhalb von Wochen
- Höheres Alter: der Rückgang des Testosteronspiegels
- Gewichtszunahme: der Einfluss des Fettgewebes auf das Hormongleichgewicht
- Bestimmte Medikamente: hormonhaltige Präparate, manche Blutdruck- und Magenmittel, manche Psychopharmaka
- Anabole Steroide und Hormonpräparate
- Alkohol und bestimmte Substanzen
- Erkrankungen der Schilddrüse, der Leber und der Nieren
Der erste Schritt bei Gynäkomastie ist deshalb nicht die Operationsplanung, sondern die Suche nach der Ursache. Liegt ein behebbarer Grund vor, wird zuerst dieser angegangen.
Gynäkomastie in der Pubertät
Der größte Teil der in der Pubertät beginnenden Gynäkomastie bildet sich innerhalb von sechs Monaten bis zwei Jahren von selbst zurück. In dieser Phase wird daher keine eilige Operationsentscheidung getroffen; die Beobachtung wird bevorzugt.
Dauert der Zustand länger als zwei Jahre, wächst er weiter oder zeigt er sich als einseitige derbe Verhärtung, wird die Beurteilung vorgezogen.
Wann sollte man ohne Verzug vorstellig werden?
- Bei einer einseitigen, derben und nicht verschieblichen Verhärtung
- Bei Sekretion aus der Brustwarze, besonders blutiger Sekretion
- Bei Einziehung der Brustwarze oder einer Orangenhaut der Haut
- Bei tastbaren Knoten in der Achselhöhle
- Bei raschem Wachstum und Schmerzen
Diese Befunde können auf andere Krankheitsbilder als eine Gynäkomastie hinweisen, und diese müssen zuerst ausgeschlossen werden.
Wann kommt eine Operation in Frage?
Nachdem die Ursache untersucht, ein vorhandener behebbarer Faktor beseitigt und der Zustand mindestens zwölf Monate stabil geblieben ist. Bei Übergewicht wird zuerst ein stabiles Gewicht angestrebt.
Wahl der Technik
| Situation | Vorgehen |
|---|---|
| Überwiegend Fettgewebe, Haut elastisch | Fettabsaugung |
| Drüsengewebe deutlich ausgeprägt | Entfernung des Drüsengewebes über einen Schnitt am Rand der Brustwarze |
| Beides zusammen | Fettabsaugung und Drüsenentfernung |
| Deutlicher Hautüberschuss (meist nach großer Gewichtsabnahme) | Es kommt eine Hautentfernung hinzu, die Narbe wird länger |
Die Narbe wird in den meisten Fällen am unteren Rand der Brustwarze geplant, sodass sie innerhalb des Farbübergangs bleibt.
Heilung
- Ein Kompressionsmieder wird in der Regel vier bis sechs Wochen getragen
- Die Rückkehr zur Bürotätigkeit gelingt meist nach drei bis sieben Tagen
- Gewichtheben und Brusttraining werden vier bis sechs Wochen aufgeschoben
- Bis die Schwellung abklingt und das Endergebnis erkennbar ist, dauert es drei bis sechs Monate
Kann sie wiederkommen?
Entferntes Drüsengewebe wächst nicht nach. Bei Gewichtszunahme, Hormoneinnahme oder Fortbestehen der zugrunde liegenden Ursache kann sich das Erscheinungsbild jedoch wieder verändern. Deshalb ist die Suche nach der Ursache genauso wichtig wie die Operation selbst.
Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Beurteilung.
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BeratungsterminHäufig gestellte Fragen
Der größte Teil der in der Pubertät beginnenden Fälle bildet sich innerhalb von sechs Monaten bis zwei Jahren von selbst zurück. Dauert sie länger als zwei Jahre oder wächst sie weiter, ist eine Beurteilung erforderlich.
Bei einem Bild, das auf Fettansammlung beruht, bewirkt eine Gewichtsabnahme einen deutlichen Unterschied. Bei der echten Gynäkomastie ist das vermehrte Gewebe die Brustdrüse, und diese verschwindet durch Gewichtsabnahme nicht.
Entferntes Drüsengewebe wächst nicht nach. Bei Gewichtszunahme, Hormoneinnahme oder Fortbestehen der zugrunde liegenden Ursache kann sich das Erscheinungsbild jedoch wieder verändern.



